EuroBaustoffe

Chronik der Firma Müller

Im Jahr 1900 gründete Peter Müller aus Alsenz in Mannweiler am Bahnhof ein Handelsgeschäft für Kohle u. Baustoffe.
Nebenher betrieb er zusammen mit seiner Frau Margarete geb. Michel eine Gastwirtschaft. Vor dem Haus befand sich eine Güterwaage, die vom Wirtszimmer aus bedient wurde und bis in die achtziger Jahre in Betrieb war. Auch Bauern ließen hier vor den Verkauf ihr Vieh wiegen.
Peter Müller starb 1913 mit 46 Jahren. Sein Sohn Jakob, als 14 jährige, führte die Firma mit Hilfe seiner Mutter weiter. Es folgten die schweren Zeiten mit den beiden Weltkriege und die Inflation 1923. Lange Zeit wurden die Waren, insbesondere Kohlen und Brikett mit der Bahn angeliefert und per Hand ausgeladen. Die Kunden wurden mit dem Traktor beliefert, viele holten sich auch mit dem Pferdefuhrwerk oder mit dem Handwägelchen ihr Material selbst ab. Eine große Erleichterung war die Anschaffung eines Förderbandes Anfang der 60ger Jahren. 1963 übernahm Paul Müller die Firma von seinem Vater. 1975 konnte in der Gemeindehalle mit vielen Gästen das 75 jährige Bestehen gefeiert werden.

Der bekannte Publizist Prof. Wolfgang Leonhard hielt die Festrede. An diesem Tag wurde auch die große Fliesenausstellung mit Musterbändern eingeweiht.Es war die erste dieser Art in der Nordpfalz. In der Blütezeit der Fa. Müller KG gab es Niederlassungen in Meisenheim, Sobernheim, Winnweiler u. Rockenhausen. In Eckweiler wurde ein Sägewerk übernommen, dass aber Ende der 70ger Jahren wegen des benachbarten Militärflugplatzes geschlossen werden musste. Paul Müller baute zusammen mit dem „Evangelischen Diakoniewerk Zoar“ in Rockenhausen eine Palettenproduktion auf. Das benötigte Holz kam zum größten Teil aus den damaligen Ostblockländern. Es gab Kontakte nach Polen, Jugoslawien, Tschechoslowakei und nach der Maueröffnung auch in die neuen Bundesländer.

Die Firma beschäftigte zu ihrer Hochzeit ca. 75 Angestellte. Es wurden Kunden von der Nordpfalz bis zum Bayrischen Wald und nach Hessen beliefert. 1979 wurde auf Grund der Größe und der hohen Verlust durch insolvente Kunden, eine Aufspaltung nötig.

1.Müller Keramische Fliesenhandelsgesellschaft

2.Müller Baustoffe GmbH

3.PM Verpackung GmbH

Die Abteilung „Fliesen“ unter Leitung v. Herrn Lauer, bestand die Prüfung mit dem Wettbewerb nicht und wurde in die Müller Baustoffe integriert. Die Geschäfte dieser Firma liegen seit dem in den Händen von Marga u. Werner Wolf, die das Unternehmen mit großen Engagement und Begeisterung bis heute führen. Sie sind stolz darauf, dass im Jahr 2010 das 30 jährige Jubiläum begangen werden kann. Dank der guten Bankkonjunktur in den Anfangsjahren und treuen Kunden aus dem Handwerksbereichen ( Dachdeckern, Zimmergeschäfte, Bauunternehmen) und Privatkunden, entwickelte sich diese Abteilung als positiv.

Leider gab es nicht immer rosige Zeiten. Viele mittelständische u. kleinere Unternehmen mussten aufgeben. Infolgedessen verringerte sich die Anzahl der Kunden. Es kamen aber auch neue hinzu. Allerdings war der Wandel von Großabnehmer zu kleineren Betrieben nicht leicht. (Die Dachdeckerei Horn aus Erlenbach ist der Firma seit 1980 bis heute treu verbunden.) Herrn Wolf kauft in Laufe der Jahre das Bahngelände, den Bahnhof und einen Teil des Grundstücks von Herrn Putsch. Die Größe des Firmengeländes beträgt heute ca. 6000 qm, die größtenteils überdacht sind. Die Wirtschaftskrise, beginnend 2005 ging an der Firma auch nicht spurlos vorüber, und der Personalbestand musste abgebaut werden. Auch in Zeitalter der großen Baumärkte ist „Müller Baustoffe“ in der Nordpfalz immer noch ein Begriff. Die Fa. PM Verpackungen wurde 1980 gegründet und von Fam. Müller betrieben. Die erfolgreiche Verbindung in der Palettenproduktion mit Zoar wurde weitergeführt. Hinzu kam der Handel mit Holz, das wieder vorwiegend aus den Ostblockländern bezogen wurde. Diese Firma ist mit denn Tod v. Paul Müller 2006 erloschen.

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